Argumente für eine Preisanpassung bei Fotografen

Preisangst? Warum du deine Preise erhöhen MUSST, bevor dein Business den Bach runtergeht!

Hast du Angst, deine Preise anzupassen? 

“Du musst deine Preise erhöhen!!” Das oder Ähnliches hast du bestimmt schon mal gehört. Vielleicht von deiner besten Freundin. Oder eher von einem Unternehmensberater. Oder von deinem Coach. 

Aber du fragst dich: “Was rechtfertigt eigentlich eine Preiserhöhung bei mir? Ich kann doch jetzt nicht plötzlich mehr Geld verlangen für meine Fotos? Was denken dann meine Kunden von mir? Dass ich gierig geworden bin??”

Genau dieses Thema wollen wir heute beleuchten. Lass uns über die “unsichtbaren” und die “sichtbaren” Details sprechen, die eine Anpassung deiner Angebote nicht nur möglich - sondern auch nötig machen. 

Wenn du eher ein visueller Typ bist, kannst du dir diesen Beitrag auch gerne auf YouTube anschauen.

Was rechtfertigt denn überhaupt eine Preisanpassung? Ein Beispiel.

Im besten Fall natürlich eine Verbesserung oder eine Veränderung deiner Dienstleistung! 

Keiner möchte plötzlich mehr Geld für denselben Service bzw. dieselbe Qualität zahlen, richtig?

Ein Beispiel: Wenn dein Lieblingsmüsli im Supermarkt statt 3 Euro plötzlich 6,50 Euro kostet schreckst du auch im ersten Moment zurück und denkst dir: "Moment mal, sind die Rosinen im Müsli jetzt vergoldet oder was ist da los - ist doch dasselbe Müsli wie letzte Woche, oder?!?"

Nun gibt es in der Wirtschaft mehr oder weniger gerechtfertigte Preiserhöhungen, die von einer Kettenreaktion im Hintergrund ausgelöst werden:

• Das Müsli wird teuer, weil vielleicht die Beschaffung des Getreides teurer geworden ist.

• Vielleicht ist durch die Witterung ein Engpass für Rosinen entstanden

• Oder die Verpackungsindustrie hat den neuesten Shit entwickelt, sodass die Tüte deines Müslis nun biologisch abbaubar ist 

All das sind Dinge, die du auf den ersten Blick nicht siehst, aber eine Preiserhöhung rechtfertigen können - auch wenn es sich erst mal ungerechtfertigt anfühlt und das Produkt - nämlich dein Müsli - immer noch genauso schmeckt wie letzte Woche. 

Aber wenn du mal ganz genau darüber nachdenkst, wie viele Schritte und wie viele Menschen, Maschinen, Ingenieure, Landwirte, LKWs, Logistiker u.s.w. es braucht, bis dein Müsli mit den heutigen wirtschaftlichen Herausforderungen endlich für dich im Supermarktregal steht - da sind 3 Euro ja eigentlich schon sehr knapp berechnet, oder?

Und so ähnlich ist es mit deiner Dienstleistung als FotografIn: 

Viele kleine unsichtbare und sichtbare Hürden müssen genommen werden, bis deine Kunden im Endeffekt ein wundervolles Foto von sich an der Wohnzimmerwand hängen haben.

Über die für Kunden "unsichtbaren" Argumente für eine Preisanpassung 

Hier eine kleine Aufzählung der “unsichtbaren” Dingen - nämlich die, die deine Kunden erst einmal gar nicht mitbekommen, außer natürlich wenn du ihnen davon erzählst:

  • Steigende Betriebskosten (Versicherungen, Studiomiete, Strom, Gas, Benzin)
  • Inflation (deine Lebenshaltungskosten steigen)
  • Reduzierung deiner Arbeitsstunden (z.B. bei Babypause)
  • Investition in neues Equipment (Kamera/Videokamera/Studioausrüstung/neue Dekoration)
  • Weiterbildung (egal ob über Buchhaltung, Datenschutz oder über Fotografie)
  • Werbemaßnahmen (neue Website/Flyer/Ads)
  • Preisanpassungen deiner Drittanbieter (Fotolabor, Alben, Fotobücher etc. werden teuer)
  • Wettbewerbsfähigkeit (Niedrige Preise machen den Markt kaputt)
  • Höhere Nachfrage (Reputation, Exklusivität und Markenwert)

Ich empfehle dir, über die “unsichtbaren” Dinge mit deinen Kunden so wenig wie möglich  - eigentlich überhaupt nicht - zu sprechen. 

Aus dem einfachen Grund: Bei JEDEM wird das Leben gerade teurer - das ist einfach kein gutes Argument - und wenn DU dir eine neue Kamera GÖNNST oder ein Business-Coaching gebucht hast, hat das für deinen Kunden erst mal keinen sichtbaren Mehrwert.

Zähle lieber die Dinge auf, die für ihn auf den ersten Blick einen Mehrwert bieten!

Über die “sichtbaren” Dingen, die du deinen Kunden offen kommunizieren kannst

• Steigerung der Bildqualität durch Weiterbildung, z.B.

  • Kurs in Studioblitz (Boudoir) 
  • Posing für Familienshootings lernen
  • Newbornfotografie (lernen, wie man Babys puckt)
  • Kurs für Drohnenfotografie
• Mehr Service, z.B.
  • Outfit-Guides
  • Checklisten 
  • Edle Preis-Guides
  • Verbesserte telefonisch Beratung
  • Beratung via Zoom/WhatsApp-Video
  • Beratung bei deinen Kunden zu Hause 
  • Recap-E Mails
  • Erinnerungsmails
  • Schöne Verpackungen (USB-Stick/Fotoboxen, Schleifen, Deko, Stempel, Blümchen)
  • Grußkarte zum Jahrestag/Geburtstag
  • Produkte (Leinwände, Fotobücher (EK 300+)

• Erweitertes Dienstleistungsangebot 

  • Längere Sessions (Dokumentarische Fotografie)
  • Sonnenuntergangsbilder (da wetterabhängig ist immer ein Verschieben des Termins)
  • Kleidung für Kunden stellen (hohe Anschaffungskosten) 
  • Ausgefallene Bildbearbeitung (spezielle Software nötig) 
  • Videografie
  • Zweitfotograf (bei Hochzeiten) 
  • Makeup/Styling
  • Maßgeschneiderte Angebote
  • Abos

• Spezialisierung/Nische (Beispiel: Hundeshooting unter Wasser)

• Höherer zeitlicher Aufwand (z.B. Babys pucken, Visagistin, mehrere Outfits)

• Auf Abruf sein (z.B. Geburtsfotografie/Wetterabhängig: Immobilien) 

    Was Stammkunden über deine Preisanpassung wissen müssen

    Du erzählst natürlich NUR von den SICHTBAREN Dingen - du betonst, was sich alles POSITIVES für sie ändert bzw. verbessert!

    Du kannst z.B. sagen:  Mein Ziel ist es, dir ein unvergessliches Foto-Erlebnis zu bieten. Die Anpassung der Preise ermöglicht es mir, mir mehr Zeit zu nehmen, um auf deine speziellen Bedürfnisse und Vorstellungen einzugehen und das Fotoshooting entsprechend deinen individuellen Wünschen anzupassen. Du bekommst von mir ab jetzt eine noch intensivere Betreuung vor unserem Fotoshooting mit [Aufzählung deines Services] und/oder profitierst von [XYZ].”

    Mein Fazit für dich: 

    Lass dich niemals zu einer “Rechtfertigung” deiner Preise herab - das streut nur Unsicherheit und gibt deinem Gegenüber die Möglichkeit dich mit “Ja aber-Argumenten” herunterzuhandeln.

    Du kannst nicht alle Kunden gleichzeitig glücklich machen - aber du kannst deine Preise so anpassen, dass sich dein Business für dich lohnt und du langfristig wettbewerbsfähig bleibst.

    Jetzt bist DU dran!

    Genauso oder so ähnlich kannst du deinen Kunden begegnen, wenn sie dich demnächst wegen deiner Preisanpassung ansprechen. Die Betonung liegt auf WENN! Denn wenn keiner nachfragt, brauchst du es auch nicht zu erzählen! 

    Preisanpassungen sind das normalste der Welt für ein Unternehmen - denn es geht schließlich um Wachstum - und nicht um Stagnation.

    Prüfe für dich, wo du vielleicht schon in den letzten Monaten an deinem Service geschraubt hast, ohne es bewusst zu merken:

    Hast du vielleicht bereits Checklisten erstellt oder in hochwertige Preis-Guides investiert - vielleicht auch aus meinem Shopund diese bei deinen Angeboten als “inklusive” angeboten? 

    Hast du vielleicht eine Weiterbildung gemacht und deine Qualität dadurch enorm gesteigert?

    Oder hast du vielleicht neues Equipment angeschafft, was den Service für deine Kunden maximal verbessert und wunderst dich, dass du kaum Gewinn machst?

    Dann wird es jetzt Zeit, deine Preise zu überdenken! Fang’ noch heute damit an!

    Schreibe mir gerne, welches Thema dich brennend interessieren würde und wo du als FotografIn immer an deine eigenen Grenzen stößt. 

    Bis zum nächsten Mal! Bis dahin - bleib der Fotografie treu, 

    Deine Julia

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