Das ist ein bisschen wie Fremdgehen - Fotografie als Nebenjob.

Das ist ein bisschen wie Fremdgehen - Fotografie als Nebenjob.

Ja, die Fotografie kann einem den Kopf verdrehen. Und doch darf nicht unterschätzt werden, das es ein Fulltime-Job ist, wenn man es richtig machen möchte. 

Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, allerdings war es bei mir umgekehrt:

Bei mir war die Fotografie IMMER 1. Standbein, aber ich hatte mich in Immobilien verliebt und war der festen Überzeugung, als Immobilien-Maklerin kann man als Quereinsteiger neben der Fotografie sehr gut arbeiten! Also machte ich voller Inbrunst einen IHK-Abschluss und startete als frisch gebackene Maklerin durch.

Es ist kurz gut gelaufen. Sehr gut. Und dann bin ich genau in diese Falle getappt: Ich habe versucht zwei Fulltime-Jobs und Familie unter einen Hut zu bekommen! 4 Jahre gequält habe ich mich - dann kam der Burnout:

Chronische Überforderung, Stimmungsschwankungen, Herzrasen.

Ich hatte inzwischen auch viele treue Foto-Kunden verprellt, weil ich mich mehr auf das Makler-Business konzentriert hatte. Der Fotografie-Job lässt sich nun mal nicht ohne Verluste nebenbei machen, auch wenn es von Außen noch so einfach aussieht. 

Eine Entscheidung musste her! Zweigleisig fahren geht nur eine Weile gut, dann leidet nicht nur der Job darunter, sondern auch der Mensch und sein Körper. 

Also habe ich mich für die Fotografie entschieden - nachdem ich sie um Verzeihung gebeten hatte - und mit ihr noch mal ganz neu angefangen. Warum?

Durch das "Fremdgehen" mit der Maklerei habe ich gemerkt, was ich an der Fotografie habe: Ich kann es. Blind. Aus dem Bauch heraus. Ohne groß drüber nachzudenken. Die Fotografie und ich sind inzwischen verschmolzen und wir können nicht ohne einander, obwohl wir öfters voneinander eine Pause brauchen. 

Also alles auf Anfang: Neue Positionierung, neue Preise, neue Kunden. Und es hat funktioniert. Ich hatte aber teuer für diesen "Seitensprung" bezahlt.

In einer Welt, in der Multitasking nicht nur akzeptiert, sondern stets gefordert wird kann einfach nicht jeder mithalten. Das ist auch gar nicht schlimm. Man muss nur irgendwann erkennen und für sich akzeptieren, dass man nicht zu der Gruppe der "Multitasker" gehört.

Inzwischen bin ich seit über 21 Jahren als Fotografin tätig. Durchgängig. Weil ich nie richtig damit aufgehört hatte.

Aber so ist es nun mal in einer langjährigen Beziehung: Es ist nicht immer alles rosig, frisch, neu, leidenschaftlich. Es gibt Marotten, die nerven und es gibt Vertrautes. Die Fotografie als Hobby ist da vermutlich eine ganz andere Geschichte. Die Seite kenne ich leider nicht, da ich nie Hobbyfotografin war. 

Ich bin vermutlich einer der wenigen Fotografinnen, die NICHT ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. Die nicht aus purer Leidenschaft Fotografin geworden ist, sondern weil ich mein BWL-Studium abgebrochen hatte, um "irgendetwas Kreatives" zu machen. Deshalb war es ab Beginn der Ausbildung für mich ein Job. Ich habe nie die Hobby-Seite der Fotografie mitbekommen, weil ich von Anfang an Geld mit der Fotografie verdient habe.

Die Entscheidung wegen meinem Makler-Desaster/Burnout zurück zur Fotografie zu gehen hat ganz schön demütig gemacht. Aber es hat mir auch gezeigt, wo meine eigenen Grenzen liegen. Das nicht immer alles geht. Das manche Träume besser Träume bleiben. Das die Fotografie ein Job ist, der mir den Kühlschrank füllt und für den ich sehr dankbar bin. Bis heute. 

Die Fotografie und ich sind inzwischen ein starkes Team. Ich kümmere mich mehr um sie denn je: Ich denke und plane mit ihr viel Nachhaltiger. Ich kümmere mich nicht nur darum die besten Fotos zu machen, sondern auch darum, nachhaltiges Marketing zu betreiben. Besseren Service für meine Kunden anzubieten. Bilde mich stetig weiter. Damit wir - die Fotografie und ich - noch lange voneinander haben.

Die Fotografie ist mir treu geblieben. Das werde ich ihr nie vergessen und mir bestimmt nicht noch einmal vermasseln!!

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Foto von Ian Schneider auf Unsplash

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