Die vielschichtige Welt der Foodfotografie mit Denise Schuster

Die vielschichtige Welt der Foodfotografie mit Denise Schuster

Ein Gaumenschmaus für die Augen? 

Es bruzzelt auf der Pfanne, ein betörender Duft liegt in der Luft. Ich freue mich schon auf mein Abendessen: Leckere Gemüsepfanne mit Basmati-Zitronen-Reis...hmmmm. Ich richte den Teller hübsch an, streue noch etwas Petersilie über den dampfenden Reis - es sieht zum Reinbeißen aus. Warte - bevor ich es esse -noch schnell ein Foto machen!

Kulinarische Fehlschlag!

Und da war sie: Die Enttäuschung. Der Dampf hat das Objektiv beschlagen. Ich drehe und wende den Teller so, dass die Bildkomposition wenigstens etwas eleganter wird. Wird sie aber nicht, weil ich das Gemüse auf den Reis geklatscht habe - jetzt bekomme ich den Lauch-Möhren-Paprika-Mix nicht umsortiert, ohne dass das Gericht unappetitlich wirkt. Inzwischen hat sich die Abendsonne auch verkrümelt, es ist auf einmal so dunkel an meinem Esstisch. Ich schraube hektisch am Iso-Wert meiner Kamera, reiße die Blende maximal auf, halte die Luft an für mehr Stabilität - und das Bild verwackelt trotzdem. Meine Kochkreation: "Verwackelte Reis-Matschepampe versteckt unter einem Haufen Gemüse". Editorial Food Photography sieht anders aus! Ich gebe auf.....

Wie entstehen eigentlich kulinarisch-visuelle Meisterwerke: Ein Gespräch mit Foodfotografin Denise Schuster

So oder so ähnlich geht es wahrscheinlich vielen Fotografen oder Foodbloggern am Anfang, die sich denken: "Ach komm - Essen fotografieren - so schwer kann das doch nicht sein". 

Stimmt - wenn man genau weiß wie, ist es auch nicht mehr ganz so schwer. Aufwändig ist es trotzdem, wenn du ein wirklich lecker aussehendes Food-Foto haben willst. So lecker, dass du das Papier ablecken möchtest, auf dem es gedruckt ist. So schmackhaft, dass dir das Wasser im Mund zusammenläuft. 

In meinem YouTube-Podcast habe ich über dieses Thema mit der lieben Denise Schuster sprechen dürfen. Sie ist erfolgreich auf dem Gebiet der Foodfotografie und bekannt dafür, kulinarisch-visuell-pornös gute Fotos zu machen. 

Als ehemalige Unternehmensberaterin bringt Denise außer ihrer Kreativität und ihrem sympathisch-professionellen Auftreten das nötige Know-How mit, wie man sich mit Zahlen und den betriebswirtschaftlichen Aspekten in der Fotografie auseinandersetzt.

Drei wichtige Lehren, die ich aus dem Interview mit Denise gezogen habe, die nicht nur für Foodfotografen relevant sind:

  1. Lerne mit Tageslicht umzugehen! Übe, übe, übe!
    Studiere das Licht, bis dir das Thema zu den Ohren heraushängt. Lerne Licht zu sehen. Erkenne die Feinheiten zwischen warmem Tageslicht im Sommer und der kühlen, natürlichen Farbskala im Winter. Beobachte den Stand der Sonne und die Länge der Schatten. "Steuere" Tageslicht, indem du mit Reflektoren und Abdunklern arbeitest. Erst, wenn du das Tageslicht verstanden hast, kannst du tageslicht-ähnliche Situationen mit Studiolicht nachbilden. Egal ob mit Personen, Food oder anderen stillen Objekten.

  2. Erkenne den Wert deiner Fotos
    Sobald du eine gewisse Qualität in der Fotografie erreicht hast musst du dich mit gesundem Pricing auseinandersetzen. Kalkuliere deine Fotos nicht nach den Vorstellungen deiner Familie und Freunde. Mache einen Buchhaltungskurs und lerne die Basics, wie man betriebswirtschaftlich kalkuliert. Frage dich: Wieviele Stunden pro Monat will ich arbeiten? Wie muss ich mich positionieren, damit ich die Preise verlangen kann, die meine Expertise Wert ist? 

  3. Wenn du nicht vorplanst, ist Chaos vorprogrammiert.
    Egal in welchem Bereich der Fotografie zu arbeitest - über diese Dinge solltest du dir im Vorfeld Gedanken machen:
    • Was braucht mein Kunde genau?
    • Welches Ergebnis möchte ich haben?
    • Mit welchem Licht arbeite ich?
    • Welche - wenn überhaupt - Requisiten will ich nutzen?
    • Welche Bildkompositionen sind möglich?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Foodfotografie eine absolut faszinierende und herausfordernde Nische in der Welt der Fotokunst ist. Um als Foodfotograf*in erfolgreich zu sein, sind die richtige Beherrschung des Lichts, die Wertschätzung deiner eigenen Arbeit und eine gründliche Vorplanung essenziell.

Diese drei Fähigkeiten werden dir (auch als Nicht-Foodfotograf*in) dabei helfen, nicht nur atemberaubende Ergebnisse zu erzielen, sondern auch als Profi Anerkennung und kontinuierlichen Erfolg zu erlangen.

Also, bleibe kreativ, experimentiere und perfektioniere deine Fähigkeiten, um in der Welt der Fotografie einen unvergesslichen Eindruck zu hinterlassen.

Schau dir hier das komplette, spannende Interview mit Denise Schuster an.

Du interessierst dich für die Food Photography? Hier findest du alle Infos zu Denise Schuster:

Website: www.foodlovinacademy.de
Warteliste „Food Photography & Styling Onlinekurs“
YouTube: foodlovinacademy
Instagram: @foodlovinacademy
Foodblog: www.foodlovin.de

 

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